Ende und Anfang

Ich sitze in einem Internetcafé in Toulouse, denn das Drachenfliegen ist nun vorbei. Schnief. Am letzten Flugtag haben alle, die bis dahin noch nicht abgehoben sind, den Abflug geschafft und hatten ihr Erfolgserlebnis. Gluecklicherweise. Meine fliegerischen Qualitaeten haben sich ebenfalls weiterentwickelt. Ich habe ein paar schoene Fluege hingelegt und bei meinem letzten hab ich so etwas wie einen Durchbruch geschafft, denn nun fuehlte ich den Drachen. Ich musste nicht mehr so viel nachdenken, wann welcher Handgriff kommt, sondern es lief sehr viel intuitiv ab und in der Luft habe ich mit den Haenden nicht verkrampft, sondern schoen locker gelassen. Der Drachen stabilisert sich naemlich automatisch in der optimalen Flugposition. Die Temperaturen pendelten wie fast die ganze Woche bei grandiosen 25- 27° C, begleitet von herrlichem Sonnenschein, ueber uns kreisten die wiederangesiedelten Gaensegeier und alle waren zufrieden und traurig zugleich, als die Drachen das letzte Mal zusammengepackt wurden. In der letzten Woche haben neun Leute verlaengert, von unserer Gruppe nur Manni, der damit seine Grundausbildung abschliessen wird. Alle anderen haben keine Zeit oder noch was anderes vor wie ich. Sonst haette ich auch verlaengert. So verschiebe ich das halt aufs naechste Jahr. Eine tolle Aussicht.

Zum kulinarischen Abschluss sind viele von den Verlaengerern und wenige von den Neuen zum Abendessen in eine Ferme Auberge gegangen, um sich an einem 5-Gaenge-Menue zu laben. Ziemlich teuer, aber sehr gut. Vor allem die Roquefortpastete war ausgezeichnet. Vorher haben wir on Compeyre an einer Weinprobe teilgenommen und fuenf Weine, angefangen bei Weisswein ueber Rosé und schliesslich drei Rotweinsorten, probiert. So richtig dolle waren die alle nicht, ausser vielleicht der Weisswein. Dafuer hatten wir schon vor dem Menue alle einen im Tee.

Gestern morgen sind die meisten in ihren Autos aufgebrochen, das Haus wurde leerer und leerer. Nachdem ich mich von Juergen (Fluglehrer) und Ruth (seine Frau) verabschiedet hatte, brachte mich Manni nach Millau zum Zeltplatz. Ich wollte dort schlafen, weil mein Zug kurz nach sechs abfuhr. Reichlich frueh. Ich sagte meiem Zimmerkumpel Manni Tschuess und merkte wieder einmal, wie schwer es ist, liebgewordenen Menschen Auf Wiedersehen zu sagen und loszulassen. Immer wieder eine der haertesten Pruefungen. Manni war der letzte von unserer Truppe, von dem ich mich verabschiedete und stand somit in diesem Moment fuer die ganze Clique und die wunderschoene Zeit in Cabrières allgemein. Als ich mein Zelt aufbaute, konnte ich die eine oder andere Traene nicht verheimlichen.

Wir waren im Paradies.       Nur besser!

Nun startet Teil drei des Sommers. Gegen Mittag wird Joe in Toulouse eintreffen und wir machen uns Richtung Pyrenaeen auf die Socken. Heute geht's bis Andorra und morgen zum Startpunkt, wobei noch nicht ganz klar ist, wie wir dorthin kommen. Der eine Bus faehrt nur Sonntags... Geplant sind dann neun Tage wandern durch die spanischen Nationalparks der Pyrenaeen. Von La Guingueta bis Torla. Das sind so 160 - 170 km. An sich kein Ding, das harte werden die Hoehenmeter werden. Wir muessen zwischen 8000 und 9000 m rauf und genauso viele wieder runter. Wahrscheinlich werd ich mich erst nach der Wanderung aus Barcelona melden koennen. Dort lassen wir die Anstrengung in 2 1/2 Tagen ausklingen.

Fotos vom Drachenfliegen und aus den Pyrenaeen gibt's wieder wenn ich zu Hause bin.

Kommentare (1)  Permalink

Kommentare

Ma @ 27.09.2007 09:42 CET
Hallo, Du Großflieger, wir sind aus dem Urlaub wohlbehalten wieder in der Heimat gelandet. Mit Spannuzng sah ich Deinen berichten entgegen und - wie sollte es anders sein - mir blieb mitunter das Herz stehen!!! Aber ich (wir alle) freuen uns mit Dir, dass Du so wahnsiinig tolle Erlebnisse hast!! Pass auf Dich auf und viele Grüße

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