Planaenderung
Manchmal kommt es eben doch anders als man denkt. Mit grossen Hoffnungen sind wir in die Pyrenaeen gestartet... und mussten abbrechen. Doch der Reihe nach. Zwei Tage haben wir fuer die Anfahrt zum Startpunkt gebraucht, sind abends in Nebelschwaden nach Andorra mit dem Bus gefahren (Sichtweite z.T. 10 m!!!) und haben in der Hauptstadt Andorra la Vella uebernachtet. Am naechsten Tag stellte sich ueberdeutlich heraus, dass es sich bei dieser Stadt um ein Konglomerat von Geschaeften handelt ohne jeglichen Charme. Steuerparadies halt. Alle Anrainer fahren nur zum Einkaufen hin. Die Weiterfahrt nach Espot in den Pyrenaeen wurde zur Geduldsprobe, da viele Busse nur ein- oder zweimal am Tag fahren. Doch wer viel reist nimmt das gelassen.
Schliesslich begann unser Hammertrip. Bei Sonnenschein. Wir wanderten in den Nationalpark hinein und bei dem Versuch einen guten Fotostandort zu erreichen frass der Sumpf meine Fuesse. Die Schuhe sollten vier Tage zum trocknen brauchen. Wieso eigentlich so lange? Auf 2000 m Hoehe konnten wir noch die Fernsicht geniessen. Bergseen quetschten sich zwischen die Felsen, die sich scharf gegen den Himmel abhoben. Allerdings nicht mehr lange. Wir mussten ueber einen knapp 2600 m hohen Pass rueber und liefen direkt in die Wolkensuppe hinein. Joe merkte, dass die geplante Strecke fuer ihn zu anstrengend wird (Knie-, Ruecken- und Knoechelschmerzen) und ich musste auf den letzten Steigungsmetern auch ganz schoen keuchen. Wir sind nun mal nicht im Vergnuegungspark, sondern im Hochgebirge. Wir schliefen an einem herrlichen See auf 2200 m Hoehe, von dem wir leider nur schemenhaft etwas mitbekamen. Schlechte Sicht + Kaelte. Von ebendieser Kaelte wachte ich nachts sogar auf und am naechsten Morgen wurde uns klar, dass die Einheimischen mit ihren Wetterprognosen doch Recht hatten. Wir waren eingeschneit!!! In der Nacht fiel die Temperatur wahrscheinlich auf um die -6 Grad. Wir beschlossen die Tour aus den diversen Gruenden abzubrechen und ins naechste Tal abzusteigen. Allerdings erst am naechsten Tag. Zunaechst liefen wir zu einer Berghuette und bewegten uns an diesem Tag komplett im Schnee. Ein Rueckweg nach Espot kam fuer uns selbstverstaendlich nicht in Frage. Zu Acht pennten wir in der Notunterkunft. Schoen warm. Schoen kalt waren die Schuhe am naechsten Morgen, in denen wir bei Minusgraden, Schneeboeen und ueber vereiste Felsen ins Valle de Boí abstiegen. Die Schneegrenze lag auf 1600 m Hoehe! Wir schauten uns die Doerfer im Tal an und stiegen gemaechlich weiter ab. Selbst auf 1400 m war es nachts noch schweinekalt.
Nun sind wir in Lleida, schauen uns gleich die Stadt an und wollen ab morgen drei Tage auf dem katalonischen Jakobsweg Richtung Barcelona tingeln. Am 4.10. wollen wir in der Stadt sein, sie in vollen Zuegen geniessen und als absoluten Abschlusskracher das Spiel FC Barcelona - Atletico Madrid zusammen mit 100.000 anderen Fussballfnas im Stadion im Nou Camp anschauen. Hoffentlich klappt das, denn Karten gibt's nicht mehr so wirklich.
