Hundertwasser in Magdeburg

Montag stand ein Kurztrip nach Magdeburg auf dem Programm, besser gesagt zum Hundertwasserhaus, das seit 2005 in Magdeburg den Bewunderern in ganzer Pracht offen steht. Und wirklich, dieses Gebäude ist fantastisch. Ursprünglich hatte Hundertwasser den Auftrag eine alte Platte umzugestalten, nur wie will man einen Plattenbau verschönern? Man kann ihn zur Edelplatte upgraden. Allerdings - Platte bleibt Platte, fand Hundertwasser auch. Also weg mit dem Mist und etwas schöpferisches her.



Et voilà, nach 2jähriger Bauzeit war es fertig. Im Erdgeschoss befinden sich Geschäfte und Gastronomie, im ersten Stock an der Vorderfront ein Hotel, rückseitig ein Kindergarten und sonst Wohnungen. Interessant und überaus aus sozial ist der Ansatz, dass eine Wohnung nur temporär vermietet werden darf, damit jeder prinzipiell die Möglichkeit hat mal eine Nacht in diesem Haus zu verbringen.
Sehr spannend sind auch die ganzen Konzepte, die hinter diesem Haus und den Hundertwassergebäuden im Allgemeinen stehen. Das Haus ist lebendig. Die Fläche, die der Natur beim Bau weggenommen wurde, soll ihr nachträglich wieder zur Verfügung gestellt werden. Das heißt Rasen, Bäume und Sträucher aufs Dach. Nur der Kindergartenrasen darf gemäht werden. Das Haus wächst also.



Bei 900 Fenstern gibt es 300 verschiedene Formen. "Tanz der Fenster". Die Wege sind geschwungen und wellig, 3D. "Melodie für die Füße". Und erst die Säulen. Jede ist anders und übertrifft sich selbst.



Hundertwasser hat schon Recht, Gleichförmigkeit tötet. Und dafür stehen die sonst üblichen geraden Linien der konventionellen Architektur. Es war erschütternd den Blick vom Hundertwasserhaus abzuwenden und die umliegenden Häuser zu betrachten. Also: bitte mehr Hundertwasser!
Mehr Bilder sind im Bilderordner.
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