Orte in Deutschland

Im Laufe der Bearbeitung von großen Gebieten in Deutschlands Zentrum fallen zwangsläufig einige kuriose Ortsnamen ins Auge. Kurz vor Ende meines Praktikums will ich nun einige Knaller hier posten. Sozusagen ein Best of. Die meisten stammen aus dem Hesselande.

  • Faulebutter
  • Sterbfritz
  • Bösgesäß I und II (beide Orte haben jeweils schätzungsweise 50 Einwohner)
  • Dreck
  • Auf dem Elende (neben Faule Stunde)
  • Nachbarschulte
  • Würgendorf
  • Warzenbach
  • Geilshausen
  • Linsengericht
  • Katzenellnbogen
  • Dagobertshausen
  • Himmelreich
  • Bleiwäsche
  • Irmtaut
  • Mastbruch
  • Kamerun
  • Rußland
  • Ägypten
  • Herrlichkeit
  • Kuckuck
  • Hörgenau (direkt neben Lauterbach)
  • Machtlos
  • Lieblos

Welche Weiler/ Dörfer/ Städte sind eure Favoriten?
Kommentare (0)  Permalink

Ungehorsam gegen den Staat

Jetzt hat's mich erwischt und das allseits hochverehrte und beliebte Staatsorgan in Form der Polizei gibt sich der Lächerlichkeit preis!

Man nehme eine Straße und einen bereits gefällten Baum. Der liegt von links nach rechts quer über der Straße, der rechte Bürgersteig ist frei. Vor dem Baum stehen zwei Warndreiecke "Achtug Baumarbeiten". Die Arbeiter sägen links ein bisschen an den Ästen rum. Auf der rechten Seite ist nicht der Hauch einer Gefahr zu spüren, es sei denn man glaubt daran, dass einem der Himmel auf den Kopf fallen könnte.
Ich also rechts an der vermeintlichen "Gefahrenzone" vorbei. Problematischerweise stand dort so ein Aggressor von Polizist im Weg. Bierbauch, an die sechzig und mit einer roten Stoppkelle in der Hand. Ich denke mir nur, so ein Scherzkeks. ABM für die Polizei und will an dem vorbeifahren. Leider war sein Reaktionsvermögen noch ziemlich gut ausgeprägt und er schnappte mich. Überdies war er ein Polyp von der Sorte "wenn-du-mir-wiedersprichst,-dreh ich durch". Jegliche Argumentation ob der Lächerlichkeit und Albernheit diese Passage als hochbrisante Gefahrenzone einzustufen, war zwecklos. Wie reizt man einen Polizisten am effektivsten? - Indem man seine Autorität unterwandert. Manchmal fragt man sich, ob sie dem Bürger jegliche Eigenverantwortung, jegliches Einschätzungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein absprechen wollen. Natürlich tun sie es.

Mit hasserfüllten Blicken hat der Typ mich dann aufs 20 m entfernte Revier begleitet. Missachtung von Zeichen - Anzeige, das Strafgeld ist nicht wenig und 3 Pünktchen in Flensburg. Immerhin war der Kollege auf dem Revier nett und hatte meiner Meinung nach auch etwas Verständnis. Völlig klar, wieso der Andere draußen den Abfangjäger mimte. Natürlich bin ich was die Aktion betrifft im Unrecht, doch das Verhalten vom Polizisten war affig. Naja, die wollen halt verdienen.

Die Krönung war jedoch die Situation, als ich wieder auf die Straße trat. Ein Opa, auf jeden Fall über 70, fuhr mit Schrittgeschwindigkeit an den Baum heran, schwenkte auf den Bürgersteig und wollte rechts vorbeifahren. Selbstverständlich wurde auch er von dem polizeilichen Menschenfreund mit dem eindringlichen Hinweis angehalten, doch bitte die "Gefahrenstelle" über die Seitenstraßen zu umfahren. Dieser zwanghaft Gesetzestreue hätte durchaus etwas Größe walten und den Opa durchfahren lassen können, denn 2 m dahinter war diese Gefahrenstelle nicht mehr existent.
Die Polizei tut sehr viel, um ihr Öffentlichkeitsbild zu verbessern.
Kommentare (0)  Permalink

Frühling in Paderborn

Der Freitag hat es angekündigt, der Samstag hat es gehalten. Herrlichster Sonnenschein bei sehr milden 10°C. Es war wie Frühling. So warm, so schön, so sonnig. Die Temperaturen gab's zwar zuletzt des Öfteren, doch waren sie stets mit nässendem Niederschlag verbunden.
Diesmal nicht und endlich konnte das Jucken in den Waden in Form eines längeren Ausritts befriedigt werden.



Ziel sollte Paderborn sein, die Stadt an der unglaublich langen Pader. Ganze 4 km misst der Fluss, ehe er in die Lippe mündet und somit der kürzeste Fluss Deutschlands ist. Das Wort "Pader" in Paderborn wäre geklärt und "born" kommt auch nicht von ungefähr, denn die Pader ist in Paderborn gebor'n. Das Quellgebiet befindet sich direkt in der Stadt.


Schloss Holte

Die Lichtfilterfunktion Radlerbrille auf der Nase sorgte für Dauerwohlfühlstimmung in den warmen Farben der Tagesstimmung eine Stunde vor Sonnenuntergang. Luftlinie liegt Paderborn nur 40 km entfernt, mit dem Auto fährt man 50 km, mit dem Rad auf dem Teuto-Senne ganze 75 km. Ein Zickzackkurs, der fast nie geradeaus führt. Das Vorhaben die Rückstrecke ebenfalls pedalierend zu bewältigen starb einen langsamen Tod und beschränkte sich auf den Abschnitt Hbf Bielefeld - zu Hause.


die Pistensau

Spätestens im Landkreis Paderborn drängte sich ein religiöses Element der Infrastruktur in den Vordergrund und leistete hartnäckigen Widerstand übersehen zu werden. Allerlei kirchliche Bauten von Wegkreuzen bis zu kleinen Kapellen säumten die Straße und baten vergebens um Anbetung und Verehrung. Der Übergang vom konfessionell eher gespaltenen Bielefeld zum erzkatholischen Paderborn war vollzogen.



Wieso eigentlich Teuto-Senne? Teuto ist klar, die Senne ist ein weiterer prägender Landschaftstyp. Aus geographischer Sicht sehr interessant, da es sich um eine riesige Sandfläche aus Ablagerungen der vorletzten Eiszeit handelt. Der üppige Kiefernbewuchs erinnerte doch stark an Brandenburg und ich kann nicht leugnen, dass sich heimatliche Gefühle in mir einnisteten.
Aus Autofahrersicht ist die Senne eher ein Hindernis, da weite Teile Truppenübungsplatz sind und nur zu auserwählten Zeiten passiert werden dürfen. Die militärische Nutzung soll allerdings bald vorbei sein. Die Folgenutzung ist bereits geklärt - Deutschland wird mit einem weiteren Nationalpark beglückt werden, dem Nationalpark Senne-Egge.


die Quellen der Ems

Im Sennegebiet entspringt die Ems, die bei Emden in die Nordsee fließt. Hier ist sie nichts weiter, als ein Sickerwasserstrom. Ganz unscheinbar, wie das Quellen so an sich haben.


Schloss Neuhaus

Der letzte Teil der Tour begleitete die Pader von Schloss Neuhaus nach Paderborn, so dass ich behaupten kann, die gesamte Pader abgefahren zu sein. Auch ein sehr schöner Streckenabschnitt durch Auenlandschaft, der ein integriertes Nutzungskonzept offenbarte. Relativ naturbelassene Auen-/ Parklandschaft für den Erholungssuchenden Menschen gepaart mit natürlichen Retentionsflächen. Zur besseren Steuerung ist trotzdem ein Ministausee vorgeschaltet worden - der Padersee, der jedoch als See Marke künstlich zu erkennen ist.


der Dom zu Padeborn

Im Zentrum von Paderborn angekommen, musste ich feststellen, dass es eine ziemlich blöde Idee gewesen ist als hauptstädtischer Karnevalsverweigerer am Karnevalswochenende nach Paderborn zu fahren. Die komplette Innenstadt war abgesperrt und die werten Herren der Polizei passten auf die Jecken auf. Die altstädtischen Hauptstraßen liefen vor kostümierten und schlecht geschminkten Karnevalstollen über. Besonders problematisch ist das, wenn man sich von West nach Ost bewegen will, um zu den Sehenswürdigkeiten zu gelangen, die wilde Meute jedoch von Ost nach West unterwegs ist.

Ein paar mehr Fotos sind im Bilderordner zu finden.
Kommentare (0)  Permalink

on the road to... ...Leipzsch

Mitte letzter Woche stand ein Ausflug nach Leipzig auf dem Programm. Ein Ausflug, der vom Verlag gesponsort wurde! Wieso der ganze Aufstand? Es war Druckabnahme von zwei Regionalkarten, u.a. der Vogelsbergkarte - dem Werk von Astrid und mir. Für Spannung war also gesorgt, denn wie wird die Karte wohl nun im Endstadium aussehen. Fantastisch!!! Wer jetzt sagt, Eigenlob stinkt, dem sei entgegnet, dass ick nüscht riesche. Astrid und ich waren schon ein wenig stolz auf das Geleistete. "Ein wenig" ist in diesem Fall untertrieben.
Die Druckerei war in Baalsdorf - bzw. da ist sie immer noch - und wir schwankten permanent zwischen Begutachtung der Druckergebnisse und Besichtigung der Druckerei. Faszinierend und beeindruckend zugleich mit welcher Präzision das von statten geht und welche Feinheiten justiert werden können.

Der geschäftliche Teil wechselte abends fließend in den gemütlichen Teil in Downtown Leipzig mit Stadtrundgang und Schlemmermahlzeit, ehe ich mich noch mit der guten Birgit traf. Abi 2002, 4 1/2 Jahre nicht gesehen, übers (umstrittene) studivz wiedergefunden und flugs verabredet. Ein schöner Abend in den Kneipen Leipzigs mit Plauderei und Bilderschau über den Jakobsweg.

Gegen halb drei fuhr der Nachtbus gen Schmölkau, wo sich unser Hotel im Gutshof befand. Da die Route des Busses einer Schleife entsprach und mein Ziel auf dem Rückweg nach Leipzig/ Innenstadt lag, dauerte die ganze Angelegenheit eine dreiviertel Stunde. Unterwegs wurde mir bewusst, dass die Einfahrt zum Gutshof zwei große Torflügel säumten. Natürlich war mitten in der Nacht alles dicht. Abgeschlossen und das Tor an der niedrigsten Stelle mindestens 3,50 m hoch und mit Spitzen gekrönt. Ich hielt es für ausgeschlossen, dass mein Zimmerschlüssel auch für das Tor passen könnte und probierte es erst gar nicht. Am nächsten Morgen wurde mir klar, dass das passionierte Outdoorreisen auch Erfahrungsnachteile beinhalten kann - nämlich die Unkenntnis vom Allroundtalent der Zimmerschlüssel im Hotelgewerbe. Egal, mich hat die unkonventionelle Bezwingung dieses Tores sowieso gereizt. Auf dem Scheitelpunkt des Erfolges, in 3 1/2 m Höhe, wurde der Genuss jäh unterbrochen. Rastch! Die Torspitzen haben sich doch tatsächlich bewährt und meinem Hosenbein einen bis dahin unbekannten Lüftungsschlitz hinzugefügt. So nahm ich die Gelegenheit wahr, mich des nächtens im Nähen zu üben.


nähen um halb vier

Tags darauf stand noch die Besichtigung der Buchbinderei auf dem Programm. Auch heute noch können manche Wünsche nur in Handarbeit verwirklicht werden, wenn z.B. Pergament verarbeitet werden soll. Die Ehrfurcht vor dem Buch stieg in den Tagen von Leipzig.


Speck's Hof




in der Nikolaikirche
Kommentare (0)  Permalink
Next1-4/9