Der Freitag hat es angekündigt, der Samstag hat es gehalten. Herrlichster Sonnenschein bei sehr milden 10°C. Es war wie Frühling. So warm, so schön, so sonnig. Die Temperaturen gab's zwar zuletzt des Öfteren, doch waren sie stets mit nässendem Niederschlag verbunden.
Diesmal nicht und endlich konnte das Jucken in den Waden in Form eines längeren Ausritts befriedigt werden.
Ziel sollte Paderborn sein, die Stadt an der unglaublich langen Pader. Ganze 4 km misst der Fluss, ehe er in die Lippe mündet und somit der kürzeste Fluss Deutschlands ist. Das Wort "Pader" in Paderborn wäre geklärt und "born" kommt auch nicht von ungefähr, denn die Pader ist in Paderborn gebor'n. Das Quellgebiet befindet sich direkt in der Stadt.
Schloss Holte
Die Lichtfilterfunktion Radlerbrille auf der Nase sorgte für Dauerwohlfühlstimmung in den warmen Farben der Tagesstimmung eine Stunde vor Sonnenuntergang. Luftlinie liegt Paderborn nur 40 km entfernt, mit dem Auto fährt man 50 km, mit dem Rad auf dem Teuto-Senne ganze 75 km. Ein Zickzackkurs, der fast nie geradeaus führt. Das Vorhaben die Rückstrecke ebenfalls pedalierend zu bewältigen starb einen langsamen Tod und beschränkte sich auf den Abschnitt Hbf Bielefeld - zu Hause.
die Pistensau
Spätestens im Landkreis Paderborn drängte sich ein religiöses Element der Infrastruktur in den Vordergrund und leistete hartnäckigen Widerstand übersehen zu werden. Allerlei kirchliche Bauten von Wegkreuzen bis zu kleinen Kapellen säumten die Straße und baten vergebens um Anbetung und Verehrung. Der Übergang vom konfessionell eher gespaltenen Bielefeld zum erzkatholischen Paderborn war vollzogen.
Wieso eigentlich Teuto-Senne? Teuto ist klar, die Senne ist ein weiterer prägender Landschaftstyp. Aus geographischer Sicht sehr interessant, da es sich um eine riesige Sandfläche aus Ablagerungen der vorletzten Eiszeit handelt. Der üppige Kiefernbewuchs erinnerte doch stark an Brandenburg und ich kann nicht leugnen, dass sich heimatliche Gefühle in mir einnisteten.
Aus Autofahrersicht ist die Senne eher ein Hindernis, da weite Teile Truppenübungsplatz sind und nur zu auserwählten Zeiten passiert werden dürfen. Die militärische Nutzung soll allerdings bald vorbei sein. Die Folgenutzung ist bereits geklärt - Deutschland wird mit einem weiteren Nationalpark beglückt werden, dem Nationalpark Senne-Egge.
die Quellen der Ems
Im Sennegebiet entspringt die Ems, die bei Emden in die Nordsee fließt. Hier ist sie nichts weiter, als ein Sickerwasserstrom. Ganz unscheinbar, wie das Quellen so an sich haben.
Schloss Neuhaus
Der letzte Teil der Tour begleitete die Pader von Schloss Neuhaus nach Paderborn, so dass ich behaupten kann, die gesamte Pader abgefahren zu sein. Auch ein sehr schöner Streckenabschnitt durch Auenlandschaft, der ein integriertes Nutzungskonzept offenbarte. Relativ naturbelassene Auen-/ Parklandschaft für den Erholungssuchenden Menschen gepaart mit natürlichen Retentionsflächen. Zur besseren Steuerung ist trotzdem ein Ministausee vorgeschaltet worden - der Padersee, der jedoch als See Marke künstlich zu erkennen ist.
der Dom zu Padeborn
Im Zentrum von Paderborn angekommen, musste ich feststellen, dass es eine ziemlich blöde Idee gewesen ist als hauptstädtischer Karnevalsverweigerer am Karnevalswochenende nach Paderborn zu fahren. Die komplette Innenstadt war abgesperrt und die werten Herren der Polizei passten auf die Jecken auf. Die altstädtischen Hauptstraßen liefen vor kostümierten und schlecht geschminkten Karnevalstollen über. Besonders problematisch ist das, wenn man sich von West nach Ost bewegen will, um zu den Sehenswürdigkeiten zu gelangen, die wilde Meute jedoch von Ost nach West unterwegs ist.
Ein paar mehr Fotos sind im Bilderordner zu finden.